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Episoden aus dem Schwinger-Blog
Donnerstag, 17.04.2008 von Schlussgang
#5 - BRUNO JUTZELER BESTACH DURCH EFFIZIENZ
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Als der in Näfels aufgewachsene Bruno Jutzeler mit 21 Jahren ins Lager der Innerschweizer hinüberwechselte, galt er bereits als bestandener Schwinger. Schon mit 16 Jahren erlangte der Musterathlet am Bündner-Glarner Schwingertag 1962 in Davos den Status eines Kranzers. Zu dieser Auszeichnung gestellten sich bis zu seinem Rücktritt 1976 noch weitere 49 Exemplare des Eichenlaubes, zwei davon stammen von den beiden Einsätzen an den Eidgenössischen Schwingfesten von 1966 und 1969.

Für die unbestrittene Klasse von Bruno Jutzeler sprechen seine acht Kranzfestsiege, davon als bedeutendsten jenen 1969 am Innerschweizerischen Schwingfest in Baar. Den Weg zum Schwingen fand der gelernte Metzger durch seinen sechs Jahre älteren Bruder Peter. «Als Bub verfolgte ich aufmerksam seine Wettkampfeinsätze und schaute ihm vieles ab. Peter war mein erstes Vorbild. Später pflegte ich aber meinen eigenen Stil.»

Name Jutzeler ein Begriff Das Brüderpaar Jutzeler verkörper- te über Jahre hinweg nationale Spitzenklasse. Ein interessantes Detail am Rande: 1968 am Glarner-Bündner Schwingertag in Oberurnen qualifizierten sich beide für den Schlussgang. «Es wurde ausgeschwungen, da mein Bruder klar in Führung lag. Ich selbst hatte nicht mehr mit dem Schlussgang gerechnet. Daher stand ich bereits unter der Dusche, als meine Schlussgangteilnahme feststand. Den anschliessenden Kampf verlor ich», erinnert sich Jutzeler mit Schmunzeln an den ungewöhnlichen Ausgang.

Jutzeler prägte ESAF 1966 Bruno Jutzeler stand an drei Eidge-nössischen Schwing- und Aelplerfesten (ESAF) im Einsatz. Sein Debüt, damals noch für die Nordostschweizer konkurrierend, gab er 1966 in Frauenfeld in überzeugender Manier: «Ich erinnere mich gerne an diesen Einsatz zurück, der kurzfristig zu Stande kam. Ich rückte für einen verletzten Schwinger ins Teilnehmerfeld. Auf der Liegenschaft des späteren Obmanns Otto Brändli holten wir den letzten Schliff.» Dieser tat dem später zum Schwingklub Luzern übergetretenen Turnerschwinger gut. Es lief in Frauenfeld wie am Schnürchen. «Von jeglichem Druck befreit, stieg ich völlig unbelastet in den Wett- kampf und verstand die ersten sechs Kämpfe allesamt zu gewinnen. Übermeine Leistung war ich selbst am meisten überrascht.» Fast naheliegend, dass er dank seiner Erfolge auch bald einmal die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. «Der plötzliche Rummel um meine Person machte mich sehr nervös. Ich konnte mich nicht einmal mehr richtig konzentrieren», beschreibt Bruno Jutzeler seine damalige Gefühlslage. Volle Konzentration wäre im siebten Gang allerdings von Nöten gewesen, schwang er doch gegen den späteren Schwingerkönig Rudolf Hunsperger um den Einzug in den Schlussgang. «Ich unterlag Ruedi auf einen linken Gammen. Wir befanden uns damals beide in der Rekrutenschule. Im letzten Gang gelang es mir immerhin, Peter Gasser noch einen Gestellten abzuringen.»

Bestätigung folgte auf dem Fuss Drei Jahre später am ESAF 1969 in Biel lieferte Jutzeler die Bestätigung seiner starken Leistung in Frauenfeld. Fünf Siege, zwei Gestellte gegen Fritz Uhlmann und Christian Eggler sowie eine Niederlage gegen Robert Zingg bescherten ihm den 5. Schlussrang. Zum Verhängnis wurde ihm also erneut die starke Berner Fraktion. Die Schlüsselrolle von Bruno Jutzeler in Frauenfeld spielte diesmal dessen Bruder Peter. Auch ihm bot sich die Chance, in den Schlussgang vorzustossen. Als Stolperstein entpuppte sich aber erneut Rudolf Hunsperger. 1972 am ESAF in La Chaux-de-Fonds blieb Bruno Jutzeler eine Teilnahme verwehrt. «Ich hatte mich in der Sparte Ringen für die Olympischen Spiele in München qualifiziert und wurde deshalb als Vorsichtsmassnahme allfälliger Verletzungen mit einem Wettkampfverbot belegt. Den Verzicht bereue ich immer noch, befand ich mich doch damals in einer sehr starken Verfassung.»

1974 in Schwyz bestritt der 17-fache Schweizer Meister im Ringen sein letztes grosses Fest. «Dieses stand unter einem unglücklichen Stern. Einerseits behinderte mich eine Schnittwunde am Finger, andererseits fehlte mir letztlich ein Viertelpunkt zum dritten Kranz. Ein platter Wurf zuletzt über Etienne Martinetti, und es hätte gereicht.» Auch ohne den dritten Kranz eidgenössischer Prägung darf sich die Erfolgsbilanz Jutzelers sehen lassen und hält durchaus Vergleichen mit anderen Spitzenschwingern stand. Neben dem Sieg am Innerschweizerischen ragen die Siege am Luzerner Kantonalschwingfest 1971 und 1976 heraus.

Ringen als Schlüssel zum Erfolg Heute ordnet Bruno Jutzeler seine Erfolge im Schwingen zu einem schönen Teil seiner Ringertätigkeit zu: «In diesem Sport eignete ich mir eine gewisse Härte und Kampfübersicht am Boden an. Meiner Fitness förderlich war sicher auch die berufliche Tätigkeit als Metzger.» Im Ringen prägte Bruno Jutzeler zusammen mit seinem Bruder Peter weitgehend das nationale Geschehen. «Wir errangen zusammen 38 nationale Titel.» Während seiner Laufbahn trat er auch an vier Europameisterschaften und 1972 an den Olympischen Spielen an: «Aufgrund des Attentats auf die Israelis, dem auch einige befreundete Ringer zum Opfer fielen, blieben mir die Spiele in München in schlechter Erinnerung.»

4 Kommentare
Salik
Geschrieben am: 13.07.2013
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wichtig ist bei den jungen, dass sie menthale und physische unterschützung, zunemend auch im professionellen bereich erhalten.
Flash
Geschrieben am: 05.07.2009
Gut!
Michael Schelbert
Geschrieben am: 12.03.2009
Bruno Jutzeler sollte für viele ein Vorbild sein. Er hat dank dem Ringen eine gute Bodenarbeit erlernt, die gerade bei den Innerschweizern kaum zu sehen ist. Willy Graber ist ein ähnliches Beispiel. Dank dem Ringen können sie körperliche Defizite mit einer guten Technik wettmachen. Allerdings sollten sie bereits in jungen Jahren damit anfangen.
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