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Episoden aus dem Schwinger-Blog
Dienstag, 08.04.2008 von Schlussgang
#3 - KöNIGE UND FAUSCH DAS MASS ALLER DINGE
Sieg_1

Der spektakuläre Nordostschweizer Freiluft-Saisonauftakt im St. Galler Rheintal bestätigte die allgemeine Vermutung: Stefan Fausch und Arnold Forrer im Gefolge des aktuellen Königs Jörg Abderhalden geben auch 2008 landesweit den Tarif an. Die Hierarchie hat sich ein halbes Jahr nach Aarau nicht verändert, ebenso wenig Forrers Opferrolle und Abderhaldens überragende Technik.

Das AFF-Trio (Abderhalden, Fausch, Forrer) benötigte im ersten Gang zusammengezählt keine drei Kampfminuten zur Demonstration seiner unveränderten Sonderklasse. Jörg Ab-derhalden gab gegen den enttäuschenden Matthias Sempach im ersten Zug nochmals seinen Überwurf zum besten, der ihm in Aarau zum Triumph verholfen hatte. «Nöldi» Forrer überdrückte Peter Imfeld am Boden, und Stefan Fausch erwischte den wenig überzeugenden Daniel Bösch mit einem Lätz übers Knie.

Angesichts dieser drohenden Übermacht entschied sich das Einteilungsgericht unter der Leitung von Oswald Haltiner sofort zu Direktpaarungen. Schon im zweiten Gang kams zur Aarau-Reprise Abderhalden – Fausch. Der Bünder präsentierte sich in guter Frühform und heizte dem König ordentlich ein. Bei einem wuchtigen Kurz drehte sich Abderhalden im allerletzten Moment noch aus und befreite sich aus der Unterlage.

Abderhaldens Rechnung ging auf Nach vier souveränen Siegen Forrers war die Paarung gegen Fausch absehbar. Weil Forrer ein Gestellter für die Schlussgangteilnahme genügte, agierte der Toggenburger Schwingerkönig von 2001 defensiv. Allerdings war klar, dass er in der Endausmarchung auf Klubkollege Abderhalden treffen würde. Nach einem einzigen Gammenangriff kassierte er deshalb nur 8,75 Punkte. Am Ende kostete dieser Punktabzug Forrer den dritten Lebendpreis. Wenig überraschend endete nämlich der Schlussgang ebenfalls resultatlos. Weil die beiden in den zehn Minuten zumindest einige passable Angriffe zeigten, erhielten sie die Note 9,00. Dies genügte Abderhalden für Rang 1a vor dem aufgerückten Peter Imfeld. Der Innerschweizer Gast hatte es versäumt, mit einem Plattwurf statt nur 9,75 Punkten gegen Jakob Roth den dreifachen Schwingerkönig unter Druck zu setzen. Abderhalden zeigte sich entsprechend zufrieden und betonte, dass er von Beginn weg auf hohe Noten geschwungen habe. Dies zahlte sich aus. Allerdings drückte das Kampfgericht beim Sieg gegen Mike Peng ein Auge zu. Der Bünder hatte sich nämlich in der Unterlage ergeben, ehe ihn Abderhalden platt betten konnte. Forrer erneut Pechvogel Zum Schluss ärgerte sich Forrer wie in Aarau über sein Schicksal. Obwohl er Imfeld problemlos geschlagen hatte, kam dieser nachher ohne weiteren Kampf gegen einen Eidgenossen zum zweiten Lebendpreis, derweil Forrer vier Eidgenossen gegenüber stand.

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