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Episoden aus dem Schwinger-Blog
Mittwoch, 04.06.2008 von Schlussgang
#16 - CHRISTIAN STUCKI ZU üBERMäCHTIG
Schwingfest_5

2500 Zuschauer am stimmungsvollen Freiburger Kantonalen in Ried bei Kerzers mit klarem Gästesieg

Christian Stucki dominierte das Freiburger Kantonale in Ried bei Kerzers eindrücklich und besiegte die vier Südwestschweizer Eidgenossen gleich fünfmal. Im Schlussgang blieb Stefan Zbinden auch im zweiten Versuch chancenlos gegen den 23-jährigen Seeländer.

Stefan Zbinden wusste nach dem 145 Sekunden dauernden Schlussgang nicht, ob er sich über die Teilnahme am Finale überhaupt freuen sollte. «Christian ist so mächtig, ja übermächtig. Da kann man nichts machen», schüttelte er nach der erfrischenden Dusche den Kopf. Im ersten Gang war Stucki gegen Zbinden mit einem behäbig gezogenen Kurz zum Plattwurf gekommen. Der Gifferser reagierte im Schlussgang und bemühte sich, Stucki auf Distanz zu halten. Im vierten Zusammengreifen löste er links den Griff, um an Stuckis Flanke zu gelangen. Dies erwies sich als fatal. Stucki packte Zbinden satt und leerte ihn rückwärts übers Knie auf den Rücken.

Geknickte Freiburger Hoffnungen Damit war auch die kleine Freiburger Hoffnung auf einen Gestellten dahin. Hanspeter Pellet, der in diesem Fall den imposanten Siegermuni «Carlo» geerbt hätte, blieb nur der Trost des 117. Kranzgewinnes. Stucki jubelte und freute sich am fairen Applaus des ebenso zahlreichen wie fachkundigen Publikums.

Kurzes «Störmanöver» Überraschend bremste Fabian Kindlimann den Dominator aus dem Seeland im zweiten Gang mit einem Remis. Stucki erklärte den Patzer wie folgt: «Er wollte nicht schwingen. Als ich ihn endlich auf dem Rücken hatte, war die Zeit abgelaufen.»

Bei den restlichen vier Gängen kannte Stucki kein Pardon. Neueidgenosse Michael Nydegger überdrehte er am Boden mit Nackenhebel. Publikumsliebling Hanspeter Pellet tauchte schon auf den ersten Zug mittels Kreuzgriff. Die Zuschauer reklamierten vergeblich ein unsauberes Resultat. Stucki liess sich von den Protesten nicht beeindrucken: «Ich hätte ihn auch ein zweites Mal besiegt, wenn es nötig gewesen wäre.» Nur 18 Sekunden dauerte die Begegnung gegen Bertrand Egger. Gegen Stuckis Kurz war auch der gewichtigste Freiburger Eidgenosse machtlos.

Hanspeter Pellet abrupt gebremst Vorjahressieger Hanspeter Pellet steuerte in den ersten Gängen mit seiner gewohnt draufgängerischen Art auf den Schlussgang zu. Nach dem Mittagessen entschied sich das Kampfgericht unter der Leitung von Frédéric Gander zum vorweggenommenen Schlussgang gegen Stucki. Zur hörbaren Enttäuschung der 2500 Freiburger Zuschauer tauchte der einheimische Blondschopf schon im ersten Zug, als der Seeländer zum Kreuzgriff ansetzte. Den Kampfrichtern ist als Zeichen der Fairness auszulegen, dass sie das nicht allzu deutliche Resultat anerkannten. Nur langsam «in die Gänge» kommt in dieser Saison Neueidgenosse Michael Nydegger. Im Anschwingen tat er sich gegen Gast Beat Kocher und Michel Schmied überraschend schwer. Erst im fünften Gang deutete er seine Klasse mit einem blitzschnell angesetzten Hüfter gegen Cédric Brasey an. Der abschliessende Gestellte gegen Frédéric Berset (siehe «Überraschung des Tages») bestätigte die durchzogene Tagesbilanz.

Sense-Dominanz Der Schwingklub Sense eroberte als «Trost» für den verlorenen Tagessieg 8 von 14 Kränzen, darunter Neukranzer Olivier Zwahlen. Den restlichen Freiburger Klubs blieben 4 Auszeichnungen; die starken Seeländer Gäste hielten sich mit 2 Kränzen schadlos. Die Walliser, Waadtländer und Neuenburger gingen leer aus.

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